Das Märchen vom Schoßhund

Es gibt Hunderassen, die werden im Allgemeinen als Schoßhunde bezeichnet. Dabei handelt es sich in der Regel um kleinere Rassen wie den Westhighland Terrier, den Mops, den Yorkshire Terrier, den Malteser oder den Chihuahua, um nur einige zu nennen. Das Problem an dieser Annahme ist: Es gibt keinen Schoßhund.

Oder, um es auf den Punkt zu bringen: Kein Hund ist anspruchslos genug, um ein Schoßhund zu sein. Das größte Problem an den kleineren Rassen ist, dass sie gern unterschätzt werden. Da sie körperlich weder die Kraft noch die Gefährlichkeit eines großen Hundes haben, werden sie nicht ernst genommen. Oft lässt auch die Erziehung zu wünschen übrig oder findet gar nicht erst statt, denn der Hund kann ja jederzeit auf den Arm genommen werden.

Das ist im Übrigen das Schlimmste, was man einem kleinen Hund antun kann: ihn auf den Arm nehmen. Damit “versaut” man nicht nur den Charakter des Hundes, sondern bringt sich selbst mitunter in Gefahr. Denn der Kleine, der beim Pöbeln von einem größeren Hund angegriffen wird, lernt beim Hochnehmen nur, dass er Recht hat. Nun befindet er sich zudem in einer erhöhten Position und pöbelt bestätigt von oben weiter. Das kann dazu führen, dass der angepöbelte größere Hund den Besitzer anspringt, um den kleinen Hund anzugreifen. Dabei kann es zu bösen Verletzungen kommen.

Besondere Vorsicht gilt bei allen Terriern. Terrier sind Jagdhunde mit großem Bewegungsdrang. Alle Terrier brauchen ausgleichende Beschäftigung. Ansonsten ist eine Fehlentwicklung vorprogrammiert. Wer einmal erlebt hat, wie ein Jack Russel oder ein Westie seine Menschen terrorisieren kann, weiß, was gemeint ist.

Und prinzipiell gilt immer: Ein Hund, der sich auffällig benimmt oder gar seine Menschen angreift oder die Wohnung auseinander nimmt, ist unterfordert. Kein Hund ist auf Dauer damit zufrieden, dreimal täglich eine Minirunde zu laufen, damit er sich lösen kann. Jeder Hund muss sich mindestens einmal in der Woche, besser aber täglich, ausrennen und auspowern. Jeder Hund braucht eine Beschäftigung für den Kopf. Denn kein Hund ist dumm genug, um einfach so ohne Herausforderung sein Leben zu fristen.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären als Kind nicht erzogen und nie in die Schule geschickt worden. Sie hätten aber auch nur immer kurz unter Kontrolle vor die Tür gedurft. Zwar hätten Ihre Eltern Sie gern gehabt und Ihnen zu essen gegeben und ein weiches Bett, aber ansonsten hätten Sie neben ihnen hergelebt. Kontakte zu Gleichaltrigen hätte es bestenfalls im Vorbeigehen gegeben. Unbeachtet, ungefordert. Wollen Sie einem Hund das antun?

Haben Sie Fragen zur richtigen Beschäftigung für Ihren Hund? Die Hundeschule Berlin hat die Antworten. Fragen Sie mich unter trainer@hundeschuleberlin.de

Mrz 24, 2010 | 2 | Erziehung, Hunderassen, Tipps

Welcher Hund passt zu mir?

Die Frage nach dem richtigen Hund stellen sich viele. Nur leider entscheiden viele Halter eher nach dem Aussehen des Hundes als nach ihren eigenen Eigenschaften. Da wird dann ein Bordercollie in eine Zweiraum-Wohnung geholt oder ein Husky in den heißen Süden.

Vor der Entscheidung für einen Hund sollte immer die Information stehen. Das Internet bietet hier zahlreiche Möglichkeiten, alles über den Traumhund zu erfahren. Unter anderem darüber, wie sein Charakter ist und welche Ansprüche er hat.

Jagdhunde beispielsweise brauchen viel Auslauf, viel Beschäftigung und ihrer Natur entsprechend haben sie einen ausgeprägten Jagdinstinkt. Daher benötigen sie in jedem Fall eine sehr konsequente Erziehung. Jagdhunde sind nur bedingt als Familienhund geeignet und bestimmt nicht dafür, mit den Kindern allein spazieren zu gehen. Der ungarische Viszla oder der Weimaraner gelten neuerdings als Modehunde, weil sie so schön sind. Das führt dazu, dass viele dieser Hunde falsch gehalten werden und unglücklich sind, unter Umständen aus Unterforderung aggressiv werden und auch Menschen beißen.

Terrier fallen ebenfalls in die Kategorie Jagdhunde, bilden allerdings hier eine eigene Kategorie. Denn zum Jagdinstinkt kommt beim Terrier ein gehöriger Dickschädel. Alle Terrier sind schnell unterfordert und entwickeln daher besonders schnell “Ungezogenheiten” wie Kissen zerfetzen, Möbel auseinander nehmen, an der Leine zerren und in selbige beißen, andere Hunde anpöbeln und vieles mehr. Das gilt im übrigen vom Yorkshire Terrier, der gern als kleiner Schoßhund unterschätzt wird, bis zum vermeintlichen Kampfhund Staffordshire Terrier. Wird der Terrier nicht ausgelastet mit Beschäftigung für Kopf und Beine, wird er sich daneben benehmen. Darüber hinaus neigen Terrier dazu, ihrem Herrchen die Führung nicht zuzutrauen und übernehmen sie lieber selbst. Das kann gefährlich enden.

Ein Beispiel:

Jahrelang ging ein älterer Herr mit seinem Westhighland Terrier den immer gleichen Weg in der Stadt spazieren. Jahrelang begegneten sie auf ihrem Weg einem Bernhardiner. Jahrelang pöbelte der Westie was das Zeug hielt, wenn er den Bernhardiner sah. Jahrelang “beruhigte” Herrchen den Hund, ohne dass sich etwas änderte. Jahrelang schaute der Bernhardiner den Westie nicht einmal an. Eines Tages jedoch hatte der Berhardiner genug. Er machte einen Satz auf den Pöbler zu, packte ihn am Nacken, schüttelte ihn kurz und ließ wieder los. Der Westie war tot. Wer ist nun schuld? Der Berhardiner oder sein Herrchen? Der Westie oder sein Herrchen? Alle zusammen. Der Westie war unterfordert, weil er keine Beschäftigung hatte. Er verteidigte Herrchen, weil er ihm nicht zutraute, dass er das allein kann. Herrchen bestärkte ihn in dieser Meinung, indem er den Westie immer beruhigte, was für einen Hund wie eine Bestätigung klingt. Der Bernhardiner-Halter hätte auch früher schon einmal etwas sagen können. Letztlich jedoch hat der Westie diese Entwicklung provoziert und Herrchen nichts dagegen getan.

Wenn Sie also wissen wollen, welcher Hund am besten zu Ihnen passt, dann machen Sie sich zuerst Gedanken darüber, wie viel Zeit Sie investieren können und wollen, und zwar täglich! Überlegen Sie sich genau, dass ein Hund Ihnen in der Regel ungefähr 12 bis 15 Jahre erhalten bleibt. Dass Sie in dieser Zeit für ihn ebenso Verantwortung tragen wie für ein Familienmitglied.

Sollten Sie noch Fragen haben, kontaktieren Sie die Hundeschule Berlin, wir können gern zusammen überlegen, welche Rasse für Sie die richtige ist.

Jul 15, 2009 | 2 | Hunderassen, Tipps