Welcher Hund passt zu mir?

Die Frage nach dem richtigen Hund stellen sich viele. Nur leider entscheiden viele Halter eher nach dem Aussehen des Hundes als nach ihren eigenen Eigenschaften. Da wird dann ein Bordercollie in eine Zweiraum-Wohnung geholt oder ein Husky in den heißen Süden.

Vor der Entscheidung für einen Hund sollte immer die Information stehen. Das Internet bietet hier zahlreiche Möglichkeiten, alles über den Traumhund zu erfahren. Unter anderem darüber, wie sein Charakter ist und welche Ansprüche er hat.

Jagdhunde beispielsweise brauchen viel Auslauf, viel Beschäftigung und ihrer Natur entsprechend haben sie einen ausgeprägten Jagdinstinkt. Daher benötigen sie in jedem Fall eine sehr konsequente Erziehung. Jagdhunde sind nur bedingt als Familienhund geeignet und bestimmt nicht dafür, mit den Kindern allein spazieren zu gehen. Der ungarische Viszla oder der Weimaraner gelten neuerdings als Modehunde, weil sie so schön sind. Das führt dazu, dass viele dieser Hunde falsch gehalten werden und unglücklich sind, unter Umständen aus Unterforderung aggressiv werden und auch Menschen beißen.

Terrier fallen ebenfalls in die Kategorie Jagdhunde, bilden allerdings hier eine eigene Kategorie. Denn zum Jagdinstinkt kommt beim Terrier ein gehöriger Dickschädel. Alle Terrier sind schnell unterfordert und entwickeln daher besonders schnell “Ungezogenheiten” wie Kissen zerfetzen, Möbel auseinander nehmen, an der Leine zerren und in selbige beißen, andere Hunde anpöbeln und vieles mehr. Das gilt im übrigen vom Yorkshire Terrier, der gern als kleiner Schoßhund unterschätzt wird, bis zum vermeintlichen Kampfhund Staffordshire Terrier. Wird der Terrier nicht ausgelastet mit Beschäftigung für Kopf und Beine, wird er sich daneben benehmen. Darüber hinaus neigen Terrier dazu, ihrem Herrchen die Führung nicht zuzutrauen und übernehmen sie lieber selbst. Das kann gefährlich enden.

Ein Beispiel:

Jahrelang ging ein älterer Herr mit seinem Westhighland Terrier den immer gleichen Weg in der Stadt spazieren. Jahrelang begegneten sie auf ihrem Weg einem Bernhardiner. Jahrelang pöbelte der Westie was das Zeug hielt, wenn er den Bernhardiner sah. Jahrelang “beruhigte” Herrchen den Hund, ohne dass sich etwas änderte. Jahrelang schaute der Bernhardiner den Westie nicht einmal an. Eines Tages jedoch hatte der Berhardiner genug. Er machte einen Satz auf den Pöbler zu, packte ihn am Nacken, schüttelte ihn kurz und ließ wieder los. Der Westie war tot. Wer ist nun schuld? Der Berhardiner oder sein Herrchen? Der Westie oder sein Herrchen? Alle zusammen. Der Westie war unterfordert, weil er keine Beschäftigung hatte. Er verteidigte Herrchen, weil er ihm nicht zutraute, dass er das allein kann. Herrchen bestärkte ihn in dieser Meinung, indem er den Westie immer beruhigte, was für einen Hund wie eine Bestätigung klingt. Der Bernhardiner-Halter hätte auch früher schon einmal etwas sagen können. Letztlich jedoch hat der Westie diese Entwicklung provoziert und Herrchen nichts dagegen getan.

Wenn Sie also wissen wollen, welcher Hund am besten zu Ihnen passt, dann machen Sie sich zuerst Gedanken darüber, wie viel Zeit Sie investieren können und wollen, und zwar täglich! Überlegen Sie sich genau, dass ein Hund Ihnen in der Regel ungefähr 12 bis 15 Jahre erhalten bleibt. Dass Sie in dieser Zeit für ihn ebenso Verantwortung tragen wie für ein Familienmitglied.

Sollten Sie noch Fragen haben, kontaktieren Sie die Hundeschule Berlin, wir können gern zusammen überlegen, welche Rasse für Sie die richtige ist.

Jul 15, 2009 | 2 | Hunderassen, Tipps