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Wo schläft Ihr Hund?

Ganz ehrlich! Wo schläft Ihr Hund? Im Körbchen? Draußen? Oder im Bett?

Wenn es das Bett ist, sollten Sie sich das gut überlegen. Aus meinem Erfahrungsschatz dazu folgende Geschichte:

Eines Tages kam ein junges Pärchen um die 20 mit einem Jack Russel Terrier in meine Welpenstunde. Nun sind JRTs an sich schon Ein-Hund-Terrorzellen, aber man kann dieses Verhalten auch noch beflügeln. Der kleine Hund nahm Frauchen überhaupt nicht ernst und Herrchen nur bedingt wahr. Wir konnten in den Übungen tatsächlich immer einiges erarbeiten, doch in der Woche darauf fingen wir wieder von vorn an. Bis ich ihnen die Frage stellte: “Wo schläft der Hund eigentlich?” Antwort: “Na im Bett!” Na klar, wo sonst…

Zur Erklärung: Im Wolfsrudel schläft und liegt der Leitwolf meist auf einem idealerweise erhöhten, zumindest aber exponierten Platz. Niemand darf auf diesen Platz außer ihm, das gebietet der Respekt. Der Chef allein entscheidet, ob und wem er diese Gunst zuteilt. Der Mensch schläft auch auf erhöhter Position, also quasi auf dem Chefposten. Darf der Hund auf dem gleichen Platz schlafen wie der Chef, räumt ihm dieser also die gleiche Autoritätsstufe ein wie sich selbst. Mit anderen Worten: er macht ihn gleichberechtigt. Wolfs- und Hunderudel funktionieren jedoch nicht gleichberechtigt, sondern hierarchisch. Warum also sollte der Hund nun Befehle von einem Gleichberechtigten entgegen nehmen? Eben. Also wird der Hund seine neu gewonnene Führungsposition ausbauen wollen. Dies tut er mittels Nichtbeachtung des vermeintlichen Chefs. Ist dann der Hund noch ein Sturkopf wie ein JRT, kann das mitunter böse enden.

Ich riet also dem jungen Paar, den Hund aus dem Bett zu entfernen, damit er verstehen kann, dass er nicht der Boss ist. In den folgenden beiden Wochen kamen die Drei weiter zur Welpenstunde. Nach der ersten Woche mit tiefen Augenringen. “Wo schläft der Hund jetzt?”, fragte ich. “Im Körbchen neben dem Bett. Angeleint an einer 10-kg-Hantel. Und mit der rackt er solange rum, bis er am oder im Bett ist. Dann bringen wir ihn zurück und das Spiel beginnt von vorn.” Ich riet ihnen, den Hund an der Heizung zu fixieren, da er mit dieser nicht losziehen kann. Und siehe da: In der nächsten Übungsstunde sahen sie schon viel wacher aus. Was war passiert? Hundchen hatte gemerkt, dass Chef gesprochen hatte. Zwar hatte er als JRT dies nicht klaglos hingenommen, doch nach vier Tagen an der Heizung war er schon viel ruhiger nachts.

Und auch die Übungsstunden liefen nun ganz anders. Der Kleine war aufmerksamer, konzentrierte sich, arbeitete mit Spaß an der Sache. Er bot von sich aus Dinge an, die man gut weiterentwickeln konnte.

Also, tun Sie Ihrem Hund einen Gefallen und setzen Sie ihm Grenzen. Er braucht sie, weil er Sie sonst nicht verstehen kann. In der Hundeschule Berlin können Sie mehr dazu erfahren, wenn Sie mich kontaktieren.

Jun 30, 2009 | 1 | Erziehung, Hunderassen, Tipps

Hund springt jeden an – was tun?

Das Problem kennen viele Hundebesitzer: Egal ob draußen oder drinnen, wenn ein Mensch auf ihr Hundchen zukommt, springt dieser begeistert an ihm hoch. Meist ist dies durchaus freundlich gemeint, doch auch eine freundliche Dogge kann einen erwachsenen Mann mit ihrer Liebe geradezu umwerfen. Doch wie kann man einem begeisterten Hund das abgewöhnen?

Nun, zuerst einmal sollte man wissen, WARUM ein Hund das macht. Wenn sich zwei Hunde begegnen, die sich kennen und freundlich gesonnen sind, leckt der Untergebene dem Übergeordneten das Gesicht, um ihm zu demonstrieren, dass er sich unterwirft. Es handelt sich beim Gesicht lecken also meist um eine Beschwichtigungsgeste. In selteneren Fällen lecken sich Hunde auch zum Trost oder zur gegenseitigen Reinigung das Gesicht.

Nun ist aber einem Hund ein Hundegesicht in der Regel recht nah, ein Menschengesicht befindet sich jedoch weit oben. Um dorthin zu gelangen, muss hund also am Menschen hochspringen. Ein Hund, der an einem Menschen hochspringt, hat dementsprechend die besten Absichten: er möchte dem Übergeordneten seinen Respekt zollen.

Man kann relativ leicht erreichen, dass der Hund nicht hochspringt, indem man sich auf sein Niveau herabbegibt, also mit dem Gesicht auf seine Höhe geht. Dafür muss man aber Hundeküsse mögen.

Nicht empfehlenswert sind nicht aussterbende Tipps wie der, man solle dem Hund, der an einem hochsteht, auf die Pfoten treten. Das ist eine Handlung, die im hündischen Verhaltensmuster nicht vorkommt und daher vom Hund nicht verstanden wird. Wenn sie dazu führt, dass der Hund das Verhalten danach unterlässt, dann aus Angst vor den Schmerzen. Und wer möchte schon, dass sein Hund sich vor ihm fürchtet?

Es gibt aber noch andere Wege, einem Hund das Hochspringen abzugewöhnen, die völlig ohne Gewalt und Schmerz auskommen und auch vom Hund relativ schnell verstanden werden. Welche? In der Hundeschule Berlin erfahren Sie mehr. Nehmen Sie Kontakt zu mir auf:

trainer@hundeschuleberlin.de

Jun 17, 2009 | 1 | Aktuelles, Erziehung, Tipps

Geschirr oder Halsband – die ewige Frage

Der Welpe ist angekommen und spätestens jetzt stellt sich dem Neu-Hundebesitzer die ewige Gretchenfrage: Geschirr oder Halsband? Was ist besser für den Kleinen?Und das Schlimme ist: es gibt keine allgemeingültige Antwort, sondern ist eine Frage davon, womit Sie als Hundebesitzer besser zurechtkommen.

Meiner Erfahrung nach ist das Halsband gerade für die Zeit der Erziehung die bessere Wahl. Denn es erlaubt einen genaueren Eingriff in das Verhalten des Hundes. Beim Geschirr verlagert sich die Zugkraft auf eine größere Fläche als beim Halsband, wodurch sich mancher Hund zum Zerren an der Leine animiert sieht. Manche Hundebesitzer wechseln gar zum Geschirr, weil ihr Hund an der Leine zerrt und sie befürchten, dass er sich stranguliert. Damit geben Sie Ihrem Hund jedoch ein völlig falsches Signal! Er lernt dadurch nur, dass es okay ist zu zerren. Abgewöhnen werden Sie es ihm so aber nicht.

Sicher gibt es auch Hunde mit einem sehr dicken Hals wie den Mops beispielsweise, bei dem immer die Gefahr besteht, dass ihm das Halsband einfach über den Kopf rutscht. Hier kann ein Geschirr durchaus sinnvoll sein. Ich kenne jedoch auch Möpse, die am Geschirr laufen müssen, weil sie sonst nicht zu händeln sind, da total unerzogen. Mit zwei unerzogenen Acht-Kilo-Biestern an der Flexileine laufen, einem großen Hund begegnen und die beiden geben den Rottweiler? Da bin ich froh, dass ich sie dank Geschirr quasi beiseite tragen kann.

Prinzipiell jedoch empfehle ich ein Halsband, weil ich damit die besten Erfahrungen gemacht habe. Der Hund wird unmittelbar auf die Leinenbewegungen aufmerksam und ist so besser bei der Sache. Eines ist natürlich klar: Den oft gesehenen und (Asche auf mein Haupt aber ich wusste es nicht besser damals) schon selbst praktizierten Leinenruck darf es niemals geben. Wenn Sie wissen möchten, was dabei am Hals Ihres Hundes passiert, legen Sie sich einmal das eine Ende der Leine ums Handgelenk und lassen jemanden am anderen Ende erst wenig und dann kräftiger rucken. Sie werden sich wundern, bei wie wenig Kraft es schon sehr weh tut. Und das potenzieren Sie bitte mit mindestens fünf und stellen es sich am Hals vor.

Egal ob Halsband oder Geschirr: Man kann einen Hund ohne Leinenruck erziehen. Wie? In der Hundeschule Berlin können Sie es lernen. Nehmen Sie Kontakt zu mir auf:

trainer@hundeschuleberlin.de

Jun 15, 2009 | 0 | Aktuelles, Tipps

Ich wünsche mir einen Hund – was muss ich beachten?

Die Wahl des “passenden” Hundes ist nicht ganz einfach. Sie hängt von vielen Faktoren ab:

  • Haben Sie Kinder?
  • Haben Sie andere Haustiere?
  • Wieviel Zeit können und wollen Sie investieren?
  • Langes oder kurzes Fell?
  • Großer oder kleiner Hund?
  • Stadt oder Land?
  • Möchten Sie mit dem Hund arbeiten?
  • Was soll Ihr Hund für sie sein: Beschützer oder Freund?

In meiner langjährigen Erziehungsarbeit kam es immer wieder vor, dass Menschen vor mir standen, die offensichtlich völlig verzweifelt waren und das in folgende Worte fassten: “Mein Hund funktioniert nicht.”

Die meisten von ihnen hätten diese Verzweiflung verhindern können, wenn sie sich über die Wahl der Rasse mehr Gedanken gemacht hätten. Unsere heutigen Haushunde sind in Kategorien eingeteilt: Arbeitshunde, Schutzhunde, Hütehunde usw.

Ein klassisches Beispiel für eine komplizierte Wahl ist der Beagle. Der Beagle wurde gezüchtet, um in einer großen Meute bei der Fuchsjagd zu helfen. Er ist also ein Meutehund. Ihn allein zu halten, widerspricht seiner Natur. Als Meutehund ist er jedoch unabhängig von seinen Menschen, denn er hat in seinem Aufgabenbereich nicht viel mit ihnen zu tun. Dementsprechend ist die Erziehung eines Beagles schwierig, besonders, und das ist das Paradoxe, wenn man ihn rassegerecht, also mit mehr als einem Beagle hält.

Ein zweites Beispiel sind der Labrador und der Golden Retriever. Bekannt sind beide als freundliche Familienhunde. Doch der ursprüngliche Sinn dieser Retriever ist auch die Arbeit. Sie wurden gezüchtet, um dem Jäger das erlegte Wild zu bringen, also zu apportieren. Sie sind sehr intelligent und arbeitswillig. Wenn sie unterbeschäftigt sind, können auch diese Hunde sich zu Tyrannen entwickeln oder mit ihrem Energieüberschuss Schaden anrichten. Außerdem darf man nicht vergessen, dass Labradore und Golden Retriever große Hunde sind, erwachsene Rüden wiegen zwischen 30 und 40 Kilogramm. Diese Körpermasse besteht zu einem großen Teil aus Muskeln, die, wenn sie gezielt eingesetzt werden, auch einen starken Mann in Bedrängnis bringen können. Wer also mit dem Gedanken spielt, sich einen Labrador oder Goldie anzuschaffen, sollte sich auch gleich überlegen, was er mit diesem Hund später machen möchte.

Sie sehen, die Wahl des richtigen Hundes ist keine leichte Aufgabe. Wenn Sie hier Hilfe brauchen, kontaktieren Sie doch einmal die Hundeschule Berlin! Wir helfen Ihnen gern mit Informationen weiter und stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. trainer@hundeschuleberlin.de

Jun 14, 2009 | 2 | Aktuelles, Hunderassen, Tipps