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Jun 30, 2017 | 0 | Aktuelles, Allgemeines, Erziehung, Hunderassen, Tipps, zum Schmunzeln

Das Märchen vom Schoßhund

Es gibt Hunderassen, die werden im Allgemeinen als Schoßhunde bezeichnet. Dabei handelt es sich in der Regel um kleinere Rassen wie den Westhighland Terrier, den Mops, den Yorkshire Terrier, den Malteser oder den Chihuahua, um nur einige zu nennen. Das Problem an dieser Annahme ist: Es gibt keinen Schoßhund.

Oder, um es auf den Punkt zu bringen: Kein Hund ist anspruchslos genug, um ein Schoßhund zu sein. Das größte Problem an den kleineren Rassen ist, dass sie gern unterschätzt werden. Da sie körperlich weder die Kraft noch die Gefährlichkeit eines großen Hundes haben, werden sie nicht ernst genommen. Oft lässt auch die Erziehung zu wünschen übrig oder findet gar nicht erst statt, denn der Hund kann ja jederzeit auf den Arm genommen werden.

Das ist im Übrigen das Schlimmste, was man einem kleinen Hund antun kann: ihn auf den Arm nehmen. Damit “versaut” man nicht nur den Charakter des Hundes, sondern bringt sich selbst mitunter in Gefahr. Denn der Kleine, der beim Pöbeln von einem größeren Hund angegriffen wird, lernt beim Hochnehmen nur, dass er Recht hat. Nun befindet er sich zudem in einer erhöhten Position und pöbelt bestätigt von oben weiter. Das kann dazu führen, dass der angepöbelte größere Hund den Besitzer anspringt, um den kleinen Hund anzugreifen. Dabei kann es zu bösen Verletzungen kommen.

Besondere Vorsicht gilt bei allen Terriern. Terrier sind Jagdhunde mit großem Bewegungsdrang. Alle Terrier brauchen ausgleichende Beschäftigung. Ansonsten ist eine Fehlentwicklung vorprogrammiert. Wer einmal erlebt hat, wie ein Jack Russel oder ein Westie seine Menschen terrorisieren kann, weiß, was gemeint ist.

Und prinzipiell gilt immer: Ein Hund, der sich auffällig benimmt oder gar seine Menschen angreift oder die Wohnung auseinander nimmt, ist unterfordert. Kein Hund ist auf Dauer damit zufrieden, dreimal täglich eine Minirunde zu laufen, damit er sich lösen kann. Jeder Hund muss sich mindestens einmal in der Woche, besser aber täglich, ausrennen und auspowern. Jeder Hund braucht eine Beschäftigung für den Kopf. Denn kein Hund ist dumm genug, um einfach so ohne Herausforderung sein Leben zu fristen.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären als Kind nicht erzogen und nie in die Schule geschickt worden. Sie hätten aber auch nur immer kurz unter Kontrolle vor die Tür gedurft. Zwar hätten Ihre Eltern Sie gern gehabt und Ihnen zu essen gegeben und ein weiches Bett, aber ansonsten hätten Sie neben ihnen hergelebt. Kontakte zu Gleichaltrigen hätte es bestenfalls im Vorbeigehen gegeben. Unbeachtet, ungefordert. Wollen Sie einem Hund das antun?

Haben Sie Fragen zur richtigen Beschäftigung für Ihren Hund? Die Hundeschule Berlin hat die Antworten. Fragen Sie mich unter trainer@hundeschuleberlin.de

Mrz 24, 2010 | 2 | Erziehung, Hunderassen, Tipps

Frühlingszeit, Welpenzeit

Endlich ist der schier nicht enden wollende Winter vorbei und die Natur erwacht zu neuem Leben. Auch die Tiere werden wieder aktiv und kümmern sich um Nachwuchs. Im Frühjahr werden die meisten Tierkinder geboren. Das betrifft natürlich auch Hunde.

Auch, wenn viele Züchter das ganze Jahr über Welpen anbieten, so haben doch die Frühlingskinder die besten Startbedingungen. Und viele Menschen entscheiden sich nun dafür, einem Hundewelpen ein neues Zuhause zu geben.

Doch bevor Sie sich einen Welpen ins Haus holen, sollten Sie sich viele Gedanken machen. Denn immerhin bekommen Sie einen Gefährten, der im Idealfall bis zu 15 Jahre oder länger bei Ihnen leben wird.

Wichtige Gedanken sind unter anderem:

  • Wieviel Zeit habe ich für einen Hund täglich zur Verfügung?
  • Was habe ich mit meinem Hund vor?
  • Wie lebe ich? (Haus, Wohnung)
  • Wie weit ist es bis zur nächsten Auslaufstelle? (Park, Wald, Hundeauslauf)
  • Wo soll der Hund leben?

Dies ist nur ein kleiner Teil der Fragen, die Sie sich stellen sollten. Leider entscheiden sich viele Menschen nach Aussehen für einen Hund oder weil eine Rasse gerade “in” ist. Damit tun Sie weder sich noch dem Hund einen Gefallen. Bevor Sie einem kleinen Hund einen Platz für sein Körbchen geben, muss Ihnen klar sein, welcher Hund am besten zu Ihnen passt.

Auch sollten Sie bereits vor dem Einzug des Welpen eine Hundeschule mit Welpenstunde ausgesucht haben. Bedenken Sie bitte immer, dass ein kleiner Hund die Welpenschule dringend braucht. Auch, wenn Sie Ihren Hund noch so lieben, können Sie allein ihm nicht die Erfahrungen bieten, die er dort macht.

Wenn Sie weitere Fragen haben oder Hilfe benötigen, kontaktieren Sie die Hundeschule Berlin unter trainer@hundeschuleberlin.de. Ich helfe Ihnen gern.

Mrz 21, 2010 | 0 | Erziehung, Hunderassen, Tipps

Welcher Hund passt zu mir?

Die Frage nach dem richtigen Hund stellen sich viele. Nur leider entscheiden viele Halter eher nach dem Aussehen des Hundes als nach ihren eigenen Eigenschaften. Da wird dann ein Bordercollie in eine Zweiraum-Wohnung geholt oder ein Husky in den heißen Süden.

Vor der Entscheidung für einen Hund sollte immer die Information stehen. Das Internet bietet hier zahlreiche Möglichkeiten, alles über den Traumhund zu erfahren. Unter anderem darüber, wie sein Charakter ist und welche Ansprüche er hat.

Jagdhunde beispielsweise brauchen viel Auslauf, viel Beschäftigung und ihrer Natur entsprechend haben sie einen ausgeprägten Jagdinstinkt. Daher benötigen sie in jedem Fall eine sehr konsequente Erziehung. Jagdhunde sind nur bedingt als Familienhund geeignet und bestimmt nicht dafür, mit den Kindern allein spazieren zu gehen. Der ungarische Viszla oder der Weimaraner gelten neuerdings als Modehunde, weil sie so schön sind. Das führt dazu, dass viele dieser Hunde falsch gehalten werden und unglücklich sind, unter Umständen aus Unterforderung aggressiv werden und auch Menschen beißen.

Terrier fallen ebenfalls in die Kategorie Jagdhunde, bilden allerdings hier eine eigene Kategorie. Denn zum Jagdinstinkt kommt beim Terrier ein gehöriger Dickschädel. Alle Terrier sind schnell unterfordert und entwickeln daher besonders schnell “Ungezogenheiten” wie Kissen zerfetzen, Möbel auseinander nehmen, an der Leine zerren und in selbige beißen, andere Hunde anpöbeln und vieles mehr. Das gilt im übrigen vom Yorkshire Terrier, der gern als kleiner Schoßhund unterschätzt wird, bis zum vermeintlichen Kampfhund Staffordshire Terrier. Wird der Terrier nicht ausgelastet mit Beschäftigung für Kopf und Beine, wird er sich daneben benehmen. Darüber hinaus neigen Terrier dazu, ihrem Herrchen die Führung nicht zuzutrauen und übernehmen sie lieber selbst. Das kann gefährlich enden.

Ein Beispiel:

Jahrelang ging ein älterer Herr mit seinem Westhighland Terrier den immer gleichen Weg in der Stadt spazieren. Jahrelang begegneten sie auf ihrem Weg einem Bernhardiner. Jahrelang pöbelte der Westie was das Zeug hielt, wenn er den Bernhardiner sah. Jahrelang “beruhigte” Herrchen den Hund, ohne dass sich etwas änderte. Jahrelang schaute der Bernhardiner den Westie nicht einmal an. Eines Tages jedoch hatte der Berhardiner genug. Er machte einen Satz auf den Pöbler zu, packte ihn am Nacken, schüttelte ihn kurz und ließ wieder los. Der Westie war tot. Wer ist nun schuld? Der Berhardiner oder sein Herrchen? Der Westie oder sein Herrchen? Alle zusammen. Der Westie war unterfordert, weil er keine Beschäftigung hatte. Er verteidigte Herrchen, weil er ihm nicht zutraute, dass er das allein kann. Herrchen bestärkte ihn in dieser Meinung, indem er den Westie immer beruhigte, was für einen Hund wie eine Bestätigung klingt. Der Bernhardiner-Halter hätte auch früher schon einmal etwas sagen können. Letztlich jedoch hat der Westie diese Entwicklung provoziert und Herrchen nichts dagegen getan.

Wenn Sie also wissen wollen, welcher Hund am besten zu Ihnen passt, dann machen Sie sich zuerst Gedanken darüber, wie viel Zeit Sie investieren können und wollen, und zwar täglich! Überlegen Sie sich genau, dass ein Hund Ihnen in der Regel ungefähr 12 bis 15 Jahre erhalten bleibt. Dass Sie in dieser Zeit für ihn ebenso Verantwortung tragen wie für ein Familienmitglied.

Sollten Sie noch Fragen haben, kontaktieren Sie die Hundeschule Berlin, wir können gern zusammen überlegen, welche Rasse für Sie die richtige ist.

Jul 15, 2009 | 2 | Hunderassen, Tipps

Wo schläft Ihr Hund?

Ganz ehrlich! Wo schläft Ihr Hund? Im Körbchen? Draußen? Oder im Bett?

Wenn es das Bett ist, sollten Sie sich das gut überlegen. Aus meinem Erfahrungsschatz dazu folgende Geschichte:

Eines Tages kam ein junges Pärchen um die 20 mit einem Jack Russel Terrier in meine Welpenstunde. Nun sind JRTs an sich schon Ein-Hund-Terrorzellen, aber man kann dieses Verhalten auch noch beflügeln. Der kleine Hund nahm Frauchen überhaupt nicht ernst und Herrchen nur bedingt wahr. Wir konnten in den Übungen tatsächlich immer einiges erarbeiten, doch in der Woche darauf fingen wir wieder von vorn an. Bis ich ihnen die Frage stellte: “Wo schläft der Hund eigentlich?” Antwort: “Na im Bett!” Na klar, wo sonst…

Zur Erklärung: Im Wolfsrudel schläft und liegt der Leitwolf meist auf einem idealerweise erhöhten, zumindest aber exponierten Platz. Niemand darf auf diesen Platz außer ihm, das gebietet der Respekt. Der Chef allein entscheidet, ob und wem er diese Gunst zuteilt. Der Mensch schläft auch auf erhöhter Position, also quasi auf dem Chefposten. Darf der Hund auf dem gleichen Platz schlafen wie der Chef, räumt ihm dieser also die gleiche Autoritätsstufe ein wie sich selbst. Mit anderen Worten: er macht ihn gleichberechtigt. Wolfs- und Hunderudel funktionieren jedoch nicht gleichberechtigt, sondern hierarchisch. Warum also sollte der Hund nun Befehle von einem Gleichberechtigten entgegen nehmen? Eben. Also wird der Hund seine neu gewonnene Führungsposition ausbauen wollen. Dies tut er mittels Nichtbeachtung des vermeintlichen Chefs. Ist dann der Hund noch ein Sturkopf wie ein JRT, kann das mitunter böse enden.

Ich riet also dem jungen Paar, den Hund aus dem Bett zu entfernen, damit er verstehen kann, dass er nicht der Boss ist. In den folgenden beiden Wochen kamen die Drei weiter zur Welpenstunde. Nach der ersten Woche mit tiefen Augenringen. “Wo schläft der Hund jetzt?”, fragte ich. “Im Körbchen neben dem Bett. Angeleint an einer 10-kg-Hantel. Und mit der rackt er solange rum, bis er am oder im Bett ist. Dann bringen wir ihn zurück und das Spiel beginnt von vorn.” Ich riet ihnen, den Hund an der Heizung zu fixieren, da er mit dieser nicht losziehen kann. Und siehe da: In der nächsten Übungsstunde sahen sie schon viel wacher aus. Was war passiert? Hundchen hatte gemerkt, dass Chef gesprochen hatte. Zwar hatte er als JRT dies nicht klaglos hingenommen, doch nach vier Tagen an der Heizung war er schon viel ruhiger nachts.

Und auch die Übungsstunden liefen nun ganz anders. Der Kleine war aufmerksamer, konzentrierte sich, arbeitete mit Spaß an der Sache. Er bot von sich aus Dinge an, die man gut weiterentwickeln konnte.

Also, tun Sie Ihrem Hund einen Gefallen und setzen Sie ihm Grenzen. Er braucht sie, weil er Sie sonst nicht verstehen kann. In der Hundeschule Berlin können Sie mehr dazu erfahren, wenn Sie mich kontaktieren.

Jun 30, 2009 | 1 | Erziehung, Hunderassen, Tipps

Ich wünsche mir einen Hund – was muss ich beachten?

Die Wahl des “passenden” Hundes ist nicht ganz einfach. Sie hängt von vielen Faktoren ab:

  • Haben Sie Kinder?
  • Haben Sie andere Haustiere?
  • Wieviel Zeit können und wollen Sie investieren?
  • Langes oder kurzes Fell?
  • Großer oder kleiner Hund?
  • Stadt oder Land?
  • Möchten Sie mit dem Hund arbeiten?
  • Was soll Ihr Hund für sie sein: Beschützer oder Freund?

In meiner langjährigen Erziehungsarbeit kam es immer wieder vor, dass Menschen vor mir standen, die offensichtlich völlig verzweifelt waren und das in folgende Worte fassten: “Mein Hund funktioniert nicht.”

Die meisten von ihnen hätten diese Verzweiflung verhindern können, wenn sie sich über die Wahl der Rasse mehr Gedanken gemacht hätten. Unsere heutigen Haushunde sind in Kategorien eingeteilt: Arbeitshunde, Schutzhunde, Hütehunde usw.

Ein klassisches Beispiel für eine komplizierte Wahl ist der Beagle. Der Beagle wurde gezüchtet, um in einer großen Meute bei der Fuchsjagd zu helfen. Er ist also ein Meutehund. Ihn allein zu halten, widerspricht seiner Natur. Als Meutehund ist er jedoch unabhängig von seinen Menschen, denn er hat in seinem Aufgabenbereich nicht viel mit ihnen zu tun. Dementsprechend ist die Erziehung eines Beagles schwierig, besonders, und das ist das Paradoxe, wenn man ihn rassegerecht, also mit mehr als einem Beagle hält.

Ein zweites Beispiel sind der Labrador und der Golden Retriever. Bekannt sind beide als freundliche Familienhunde. Doch der ursprüngliche Sinn dieser Retriever ist auch die Arbeit. Sie wurden gezüchtet, um dem Jäger das erlegte Wild zu bringen, also zu apportieren. Sie sind sehr intelligent und arbeitswillig. Wenn sie unterbeschäftigt sind, können auch diese Hunde sich zu Tyrannen entwickeln oder mit ihrem Energieüberschuss Schaden anrichten. Außerdem darf man nicht vergessen, dass Labradore und Golden Retriever große Hunde sind, erwachsene Rüden wiegen zwischen 30 und 40 Kilogramm. Diese Körpermasse besteht zu einem großen Teil aus Muskeln, die, wenn sie gezielt eingesetzt werden, auch einen starken Mann in Bedrängnis bringen können. Wer also mit dem Gedanken spielt, sich einen Labrador oder Goldie anzuschaffen, sollte sich auch gleich überlegen, was er mit diesem Hund später machen möchte.

Sie sehen, die Wahl des richtigen Hundes ist keine leichte Aufgabe. Wenn Sie hier Hilfe brauchen, kontaktieren Sie doch einmal die Hundeschule Berlin! Wir helfen Ihnen gern mit Informationen weiter und stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. trainer@hundeschuleberlin.de

Jun 14, 2009 | 2 | Aktuelles, Hunderassen, Tipps