Archives for Allgemeines category

In eigener Sache:

Die Hundeschule Berlin ist:

 

 

 

Jun 30, 2017 | 0 | Aktuelles, Allgemeines, Erziehung, Hunderassen, Tipps, zum Schmunzeln

Was Hänschen nicht lernt?

Immer wieder begegne ich Hunden und ihren Menschen, die offenbar Probleme miteinander haben. Der Hund zerrt an der Leine, beißt in selbige, pöbelt andere Hunde oder gar Menschen an und Herrchen oder Frauchen steht oder läuft etwas hilflos nebenher. Auf die Frage, warum sie denn nicht an den Problemen arbeiten, kommt immer wieder die gleiche Antwort: “Ach der ist ja schon älter, das hat doch eh keinen Sinn mehr. Was Hänschen nicht gelernt hat, lernt Hans eben nicht mehr.”

Falsch. Denn ich kann sehr wohl auch einen zehn Jahre alten Hund noch erziehen. Also im Grunde mehr seine Menschen, denn Hunde reagieren immer nur so, wie wir Menschen es ihnen vorgeben.

Ein Beispiel aus der Praxis. Meine Boxerhündin Cally war eine echte Zicke. Jeder Hund war gut beraten, wenn er sich aus dem Staub machte, bevor sie in seiner Nähe war. Für dieses Verhalten gab es mehrere Gründe. Zum einen hatte Cally ihre Prägephase leider nur mit Boxern und dann auch noch mit ihrer eigenen Familie verbracht. Sie kannte andere Hunde einfach nicht, Rassen, die nicht nach Boxer aussahen, waren grundsätzlich erst einmal Feind. Zum zweiten war Cally das einzige Weibchen in einem Fünferwurf, das heißt, der Testosterongehalt im Fruchtwasser war deutlich erhöht. Testosteron sorgt nicht nur bei Menschen zu erhöhter Aggression. Drittens waren sowohl Callys Mutter als auch ihre Tante ebenfalls aggressiv, es kann also davon ausgegangen werden, dass auch eine genetische Voraussetzung für ihr Verhalten bestand, das sie dann, als sie auf der Welt war, auch noch visuell erlernt hat.

Und viertens und letztens waren wir schuld. Denn immer, wenn Cally ihre Ausraster bekam oder wir einem anderen Hund begegneten, ging aufgrund der bisherigen Erfahrungen auch unser Puls hoch. Begann sie dann mit ihren Attacken an der Leine, schrien wir sie an (ja, Asche auf unser Haupt, aber wir wussten es damals nicht besser). Irgendwann hatten wir die Nase voll und suchten eine befreundete Tierpsychologin auf. Die erklärte uns, dass Cally neben den bekannten körperlichen Schwierigkeiten aus ihrer Jugend auch über ein überausgeprägtes Revierverhalten verfügte. Im Klartext: Sie sah immer jeden Raum um uns herum als ihr Revier an, das sie zu verteidigen hat. Wir gaben ihr mit unserem Schreien darüber hinaus jahrelang die Bestätigung, dass die anderen Hunde in der Tat eine Gefahr waren. So wie vermeintlich beruhigende Worte für einen Hund Bestätigung bedeuten, bedeutet Schreien für einen Hund soviel, dass Herrchen mitbellt, ihn quasi anfeuert.

Mit diesem Wissen in der Tasche konnten wir unsere damals bereits 11-jährige Hündin “umpolen”. Wenn wir nun anderen Hunden begegneten, blieben wir stehen, ließen sie ins “Sitz” gehen und sagten dann gar nichts mehr. Stand sie auf und begann ihre übliche Arie, kam ein knappes “Nein” und der Hintern wurde wieder Richtung Erde gedrückt. Und siehe da: Nachdem wir das eine Weile durchgehalten hatten, wurde Cally viel ruhiger und andere Hunde waren plötzlich gar nicht mehr so interessant. Die letzten 2,5 Jahre mit ihr waren im Gegensatz zu vorher richtig entspannt.

Sie haben auch einen Hund, der schon älter ist und Unarten hat? Nehmen Sie Kontakt zur Hundeschule Berlin auf!

Okt 22, 2010 | 0 | Allgemeines, Erziehung, Tipps

Welcher der Süßen ist “mein” Welpe?

Sie haben sich für eine Rasse entschieden, haben alle Vorkehrungen getroffen und einen Züchter gefunden? Super! Natürlich haben Sie auch den Züchter überprüft und die Haltungsbedingungen in Augenschein genommen. Die Mutterhündin hat einen eigenen Bereich und eine große Wurfkiste, die Kleinen sind wohlgenährt und werden auf das Leben vorbereitet. Der Züchter zeigt ihnen Gras, Autos und Bäume. Also alles perfekt.

Bereits beim ersten Besuch, etwa vier Wochen nach der Geburt, können Sie schon sehen, welcher der niedlichen Welpen im Wurf  “Ihrer” sein könnte. Denn Sie wissen am besten, auf welche Charaktereigenschaften Sie Wert legen. Sie können testen, welche Welpen neugierig auf Sie zulaufen. Sie können sehen, welcher Welpe vielleicht frech oder sogar empört auf Ihre Anwesenheit reagiert. Und Sie können sehen, welchem Welpen es völlig egal ist, dass da fremde Menschen sind, weil der Mittagsschlaf eben viel wichtiger ist.

Genau diese Verhaltensweisen der Welpen können Sie später vom heranwachsenden und erwachsenen Hund erwarten. Der neugierige Hund wird sein Leben lang immer die Nase überall hinein stecken. Damit ist er perfekt geeignet für die Rettungshundearbeit, denn er ist in der Regel auch sehr gelehrig. Der freche Welpe wird sein Leben lang versuchen, die Führung zu übernehmen. Wer schon so früh interveniert, weil Besuch da ist legt dies auch im späteren Leben nicht ab. Diese Hunde sind gut als Wachhunde geeignet, sollten aber auch in speziellen Unterordnungskursen lernen, dass sie nicht der Boss sind. Der desinteressierte Welpe wird auch als erwachsener Hund wenig Interesse für seine Umwelt zeigen. Das kann auch bedeuten, dass er an Ihnen nicht interessiert ist und immer versuchen wird, sein Ding durchzuziehen.

Sollten Sie nach dem ersten Eindruck noch immer unsicher sein, bitten Sie um einen Wesenstest. Dazu werden die Welpen einzeln auf einen Tisch gesetzt. Schauen Sie sich nun genau an, wie der Kleine reagiert. Auch hier werden entscheidende Charakterzüge erkennbar. Brauchen Sie Hilfe bei der Welpenauswahl? Die Hundeschule Berlin berät Sie auch hier gern. Kontaktieren Sie mich!

Mrz 25, 2010 | 0 | Allgemeines, Erziehung, Tipps